..Main

//Gegenwart //Grüße //Contact //Vergangenheit //Abo

..About Lara

16 * niedlich * nicht therapierbar * verLobt mit Vivi * Mama von nathaa * Dramaqueen //mehr? //Blog

..About Vivi

17 * nachdenklich * Musikjunkie * Verlobt mit Lara * Mama von nathaa * stilles Wasser //mehr? //Blog

..Online

Der zweite Teil beginnt 7. Kapitel online!

..and so on

//ICQ Gespräch //Links

..Button

Bei einer Velinkung nehmt doch bitte unseren Button!

..Credits♥

Design Designerin

..Warnings

Diese FF ist für Leser unter 18 Jahren nicht geeignet. Eltern haften für ihre Kinder! Das Kopieren oder Weiterverschicken sämtlicher Texte ist strengstens Verboten! Sie machen krank,, bescheuert und süchtig Be Smart, Don't Start!

Süchtige/r

..dCdNk

//Teil 1 //Trailer //Teil 2

..Charaktere

//Hauptrollen //Tokio Hotel

Die Pics wurden von Lara umgefärbt…die Bilder stammen von: //deviantart.com

..Credits♥

Design Designerin
Kapitel 1

Mittlerweile war es Herbst geworden.
Die Blätter sammelten sich auf dem Hof vor der Tokio Villa, in die sich die 4 Magdeburger zurückgezogen hatten um die Strapazen der vergangenen Zeit zu vergessen und sich erholen zu können.
Vor allem Bill litt sehr unter dem Tod von Yves. Yves Rocher, seine Fast-Ehefrau, sein ein und alles, die Mutter seiner Kinder und Toms Altersvorsorge.
Seufzend schmiss er sich auf das Sofa, das die anderen 3 trocken Yves-Trauer-Sofa getauft hatten. Bill hatte überall kleine selbst gemalte Strichmännchenbilder, die Yves darstellen sollten aufgestellt und schmachtete sie an, weinte vor sich hin, nur um im nächsten Moment aufzuspringen und laut rum zu schreien oder irgendwas an die Wand zu schmeißen.
So auch jetzt. Es dauerte nicht lange, bis er mit einem lauten Schrei aufgesprungen war und das erstbeste was ihm in die Finger kam – ein Bild von Yves – an die Wand pfefferte und kurz darauf in Tränen ausbrach weil das Porträt nun hinüber war.
„Boa Bill! Hast du deine Tage oder was ist los?!“ Bill schluchzte noch mal auf. „Ich hab das Bild von Yves kaputt gemacht!“ Tom setzte sich genervt neben ihn. „Weißt du Bill, du hast doch noch 547 übrig. Also kannst du noch 546 kaputt machen und hast trotzdem immer noch eins von deiner Yves!“ Der Schwarzhaarige erstickte daraufhin fast an seinen Tränen, sprang auf und verließ den Raum.

Tom zählte in Gedanken bis 10 und stand dann auf um seinem kleinen Bruder zu folgen. Er war so schwierig.
Besonders seitdem Yves tot war. Er hatte es jetzt, nach fast 2 Monaten immer noch nicht verkraftet. Sie hatten bereits in jedem Raum der Tokio Villa Mikrofone installiert, damit Bill wieder auf den Geschmack kam, aber es nützte nichts.
Er hatte eine kreative Pause, er bekam nichts mehr auf die Reihe, ihm wollten und wollten keine anständigen Songtexte einfallen, und wenn dann waren sie über Yves. Über den Schmerz. Über sein Einfamilienhaus das er durch seinen Bausparvertrag bauen konnte.
Vorsichtig klopfte er an Bills Zimmertür, die wie auch nicht anders zu erwarten mit Yves-Zeichnungen voll geklebt war.
„Bill?“
„Lass mich“, kam eine erstickte Stimme aus seinem Zimmer. Er weinte wohl immer noch.
Tom seufzte und öffnete die Tür.
„Bill ich hab’s nicht so gemeint!“ Suchend sah er sich um und fand Bill schließlich ganz oben auf seinem Kratzbaum, der in der Ecke des Zimmers stand.
„Das sagst du nur um mich zu trösten“, schniefte er weiter.
„Ach komm… Catwoman weint nicht!“ – „Ich pfeif auf Catwoman ohne Yves. Dann müsst ihr die Fantastic Four halt zu den Fantastic Three machen!“
Es schien wohl doch ernster zu sein, als der Junge mit den Dreads vermutet hatte. Er erstarrte in seiner Bewegegung.
Die Fantastic Four auflösen?! Das wäre eine Katastrophe! Der Weltuntergang!
„Bill, geh doch einfach schoppen!“, versuchte er seinen Bruder zu locken. Bill horchte auf. „Shoppen?“, fragte er nach und runzelte die Stirn.
„Jaaa!“

Kapitel 2

Dennoch leicht niedergeschlagen machte sich Bill keine zwei Minuten später auf den Weg in das nahe gelegene Einkaufszentrum. Im schwarzen Ledermantel eingehüllt, der fast bis auf den Boden reichte, und unfrisierten Haaren, in diesem Sinne keine Steckdosenfrisur, lief er durch die einzelnen Läden.
Er konnte es nicht abstellen das seine Gedanken immer mal wieder zu Yves wanderten. Irgendwie erinnerte ihn so vieles an Yves.
Die Unterwäsche, die vielen schönen T-Shirts, ja sogar ein Mülleimer, randvoll mit Plastikbechern und Taschentüchern, erinnerten ihn an die Rothaarige.
Den nächsten Laden, es war H&M, betrat er einfach und schlenderte ein wenig durch die Gänge. Vor einzelnen Teilen blieb er stehen, seufzte und murmelte: „Das hätte Yves gut gestanden!“
Nach der Frauenabteilung ging er rüber in die Männerabteilung und stöberte nach ein paar Klamotten. Vielleicht würde er ja etwas finden.
Das Problem war nur das er vor jedem T-Shirt und vor jeder Hose sich fragte ob Yves das gefallen hätte. Letztendlich gab er auf etwas nach Yves Geschmack zu finden und gab sein Geld für fünf Gürtel aus.
Immer noch sehr depressiv schlurfte er weiter durch das Einkaufcenter, fuhr mit der Rolltreppe nach oben und ließ sich in einem Cafe bei einem Capuccino nieder.
Capuccino – Yves Lieblingsgetränk!
Summend und im Glauben seiner Yves ein wenig näher gekommen zu sein schlürfte er sein Getränk und machte sich dann wieder auf den Weg. Mit dem Koffeinschub fühlte er sich tatsächlich ein wenig besser und machte sich mit neuem Willen ans Schoppen.
Im nächsten Laden, als er gerade eine Hose gefunden hatte wovon er überzeugt war das Yves sie hinreißend gefunden hätte, machte er sich gerade auf den Weg zu den Umkleidekabinen als er im Spiegel einen Rotschopf erblickte.
Bill wirbelte herum und sah wie die Rothaarige auf der anderen Seite des Ladens in den dort vorhandenen Kabinen verschwand.
„Yves!“, sagte Bill und rannte los, hinüber zu der besagten Umkleidekabine.
Ohne auch nur einen klaren Gedanken im Kopf zu haben und ohne sich überhaupt Gedanken über die Konsequenzen zu machen, kam er vor der Umkleidekabine schlitternd zum stehen, sagte laut „Yves!“ und riss die Vorhänge mit einem Ruck auseinander.
„Oh mein Gott!“, wurde da auch schon geschrieen. Zu allem Überfluss fiel der blaue Samtvorhang auch noch hinunter.
Dort stand aber auf keinen Fall Yves!
Die roten Haare stimmten zwar überein, aber diese Frau da war sicherlich schon über dreißig. „Was fällt Ihnen ein?“, schrie sie und Bill konnte nichts anderes machen außer sie anzustarren.
Enttäuschung machte sich in ihm breit. Enttäuschung dass nicht Yves vor ihm stand. Bill war nicht fähig irgendetwas zu sagen, geschweige denn sich zu bewegen. Der Schrei der Frau „Das ist ja wohl eine Frechheit!“ lockte so langsam die Angestellten an.
„Was ist denn hier los?“, fragte eine junge Angestellte auch schon.
„Dieser Widerling hier“, Und die Rothaarige deutete mit bebenden Zeigefinger auf Bill, „Ist hier in die Kabine geplatzt als ich mich gerade umziehen wollte.“
Die Angestellte sah Bill fragend an, welcher nun endlich aus seiner Trance erwachte.
Blöde druckste er herum. „Ich…ähm…sorry…eigentlich habe ich gedacht…öhhh…tut mir Leid war ne blöde Verwechslung!“
Ein unsicheres Lächeln verließ seinen Mund ehe er mit hochrotem Kopf sich umdrehte und geschwind den Laden verließ.
Die Lust auf Schopping war ihm nun vollkommen vergangen.
„Du musst endlich kapieren das sie tot ist!“, begann er Selbstgespräche zu führen während er durch die obere Etage des Einkaufszentrums lief, „Tot! Versteh das endlich Bill oder es wird dich in noch mehr schlimmere Lagen bringen.“
Die Passanten um ihn herum warfen Bill schiefe Blicke zu. „Kann es noch schlimmer kommen?“, fragte er sich laut.
Ja! Denn es kam schlimmer…
Bill beschloss gerade die Schoppingtour zu beenden und nach Hause zu fahren da passierte es. Er fuhr gerade die Rolltreppe hinunter und stand zusammen gesunken und in Gedanken da, als sich sein langer Mantel am Ende der Rolltreppe plötzlich verhang und Bill mit einem Schrei nach hinten kippte und unsanft auf dem Hintern landete.
„Scheiße!“, fluchte er und rappelte sich auf. Die Rolltreppe war stehen geblieben und hatte Bills Mantel beinahe verschluckt. „Du mieses Monster!“, beschimpfte er die Treppe. Mit aller Kraft die er aufbringen konnte zog er an dem Ende seines Mantels bis er ihn wieder befreit hatte.
Natürlich war er kaputt! Der Saum sah ganz zerfressen aus. „Verdammt!“ Noch mieser gelaunt machte sich Bill auf den Weg nach Hause.
Zwischen Wut- und Heulkrämpfen über den schönen Mantel, der nun kaputt und reif für den Mülleimer war, kam er zehn Minuten später wieder zu Hause in der Tokio-Villa an.
Mehr als fünf Gürtel hatte er heute nicht ergattert. Das frustrierte ihn!
Als er im Wohnzimmer angekommen war schmiss er seine Tüte achtlos auf das Trauersofa und schmiss sich gleich hinterher.
Gerade wollte er wieder in einer Mischung aus Heul- und Wutkrampf versinken als Tom grinsend hereingeschlurft kam. „Na wie war’s?“
„Nicht so toll. Mein Man-“, Bill rappelte sich auf und sah seinen Bruder an, „Oh mein Gott! Was hast du denn im Gesicht?“
Tom grinste und streichelte sich über das haarige Etwas welches sich über seiner Oberlippe befand. „Ich bin ab heute Bartträger!“

Kapitel 3

Entgeistert ruhte Bills Blick auf seinem 10 Minuten älterem Bruder und seinem bärtigen Etwas was er in seinem Gesicht hatte.
„Das ist doch nicht dein Ernst, oder?“ fragte der Schwarzhaarige mit quiekender Stimme und fuhr sich unbewusst über seine Oberlippe, als wenn er selbst einen Schnurrbart hätte.
„Doch natürlich! Bärte sind kommende Saison total in! Die Mädels fliegen da nur so drauf!“ Bill hob skeptisch eine Augenbraue und beäuge seinen Bruder misstrauisch. „Sicher?“ – „Ja klar. Lass dir doch auch einen wachsen. Oder kauf dir einen bei eBay!“ Tom wirkte auf einmal total enthusiastisch und war schon dabei den PC zu starten und sich einzuloggen.
„Tom. Nein!“
Enttäuscht sackte der Junge mit den Dreads auf seinem Stuhl zusammen.
„Leute“, drang plötzlich die Stimme von Georg an ihre Ohren, „wir haben kein Waschmittel mehr!“ Er betrat besorgt das Wohnzimmer und sah zu den Zwillingen. Bei Toms Anblick kreischte er auf. „WAS ist DAS?“
„Ein Bart.“, meinte Bill.
„Ach was? Sicher? Ich hätte es für ein Tier gehalten“ erwiderte Georg trocken und besah sich Toms Bart genauer.
„Moah Tom, wir hatten doch gesagt, wir rasieren uns! Und zwar überall!“ Bill verzog im Hintergrund sein Gesicht und drehte sich um, um in die Küche zu gehen.
„Man Georg, ich wollte halt mal was Neues ausprobieren.“
„Da musst du aber erst uns um Erlaubnis bitten!“ – „Wieso das?“ – „Wir leben hier in einer Demokratie!“ – „Achso. Aber ich rasier mich nicht! Damit das mal klar ist.“
Tom erhob sich und streckte sich. „Ich geh nun auch pennen. Es ist schon nach Sieben.“ Georg nickte und schloss hinter Tom die Tür.
„Gustav! Bill!“
Neugierig kamen die beiden auf Georgs Rufen hin angetrabt und sahen den Bandpapi erwartungsvoll an. „Ja?“
„Gustav hast du Toms Bart gesehen?“ Bei dem Wort Bart verzog Gustav schmerzhaft das Gesicht.
„Hör bloß auf, ich hab neben ihm gestanden als er ihn sich drangemacht hat.“ – „Drangemacht?“ – „Ja irgend so ein Scheiß vom Teleshopping.“ Bill kratzte sich nachdenklich am Kinn.
„Dann kann man den doch sicherlich wieder abmachen, oder?“
Georg klatschte begeistert in die Hände. „Genial Bill! Mach die Vorhänge mal zu, Gustav hol Kerzen!“
Der Drummer war aufgesprungen und suchte nun das ganze Zimmer nach Kerzen und einem Feuerzeug ab um alles schön dekorativ auf dem Tisch hinzustellen.

Als alles hergerichtet war, setzen sich die 3 Jungs auf das Sofa und schwiegen andächtig. „Also. Es ist ja wohl klar, dass wir mit Tom nicht zusammen arbeiten solange er so einen Bart hat… Nicht wahr?“ Die beiden anderen Jungs nickten Georg zustimmend zu. „So was geht nicht!“, warf Bill ein. „Genau“, meinte Gustav.
„Also. Ich habe da schon etwas vorbereitet. Wenn er sich nicht freiwillig rasieren will, müssen wir halt Hand anlegen!“
„Und wie stellst du dir das vor?“
Georg öffnete heimlichtuerisch seine Tasche, die noch auf dem Boden stand und holte ein großes Küchenmesser hervor.
„Er wird es bereuen“ er grinste fies, das Messer funkelte im Licht. Entsetzt sah Gustav auf. „Das können wir nicht tun!“ – „Und ob“ Georg hatte unterdessen noch ein Haar herausgeholt und spaltete dieses nun mit dem Messer entzwei.
Wie bei einer geheimen Staatsmission schlichen die Drei in Toms Zimmer und versuchten so leise wie möglich, ihm den Bart abzurasieren.
„Reich mir mal den Schaum“, flüsterte Georg und verteilte auch kurz darauf, nachdem Bill ihm den Rasierschaum gegeben hatte, Toms Gesicht damit ein.
Dann zückte er das Messer und begann damit herumzuwerkeln.
Er hatte gerade eine Seite fertig, als Tom sich gähnend auf die Seite legte, die noch nicht rasiert war. „Scheiße“, flüsterten die Drei sofort und huschten so schnell es ging aus dem Schlafzimmer von Tom und verschwanden alle in ihren Betten.
Den Rest würden sie am nächsten Tag erledigen müssen.

Am nächsten Morgen saßen die drei Jungs gespannt am Frühstückstisch und warteten auf Tom, der kurz darauf auch die Küche betrat.
„Morgen Kollegen“, er setzte sich grinsend auf seinen Platz und legte einen Stift neben seinen Teller.
Sein Bart war komplett.
Georg fielen fast die Augen aus dem Kopf. „Wieso ist dein Bart komplett!“
Darauf schien Tom nur gewartet zu haben, denn er stand grinsend auf, nahm den Stift wieder in die Hand und rasselte einen Slogan aus einer der Teleshoppingsenundgen runter.
„Der My-Bart-Stift – die neuste Erfindung auf dem Markt. Vergessen sie Schnurrbärte zum Ankleben! Der My-Bart-Stift, einfach malen!“
Die anderen drei sahen Tom an, als hätte er ihnen gerade erklärt, das er schwanger sei.
„Was denn? Deswegen wollte ich eh noch mit euch reden. Wisst ihr. Als Bartträger hat man eine gewisse Würde. Deswegen heiße ich ab heute Bartman! Nicht mehr Rapman. Und meine Waffe wird der Ultra-Bart-Laser. Meine Aufgabe ist es, den Bart auf der Welt zu verbreiten!“
Ein Stuhl kippte um und Gustav lag vor Lachen auf dem Boden.
Die andern beiden konnten sich auch nicht mehr halten und kugelten sich mit Gustav zusammen über den Boden.
„Ihr seid doch doof!“

Kapitel 4

Von irgendwo weit her drang den drei lachenden Jungs auf dem Boden das Klingeln eines Telefons ans Ohr. Tom, der beleidigt auf dem Stuhl saß und mit seinem Ultra-Bart-Laser spielte, tat so als würde er nichts hören.
Als sich Gustav, mit heftigen Bauchschmerzen, schließlich aufrappelte hatte das Klingeln bereits wieder aufgehört. „Na super!“, sagte er nach Atmen ringend, „Wieso bist du nicht rangegangen Tom?“
„Ich weiß nicht was du meinst.“, sagte dieser und steckte den Ultra-Bart-Laser in die Hosentasche, „Und wenn ihr mich nun bitte entschuldigt ich muss hoch in mein Zimmer und die Flyer für die Weltherrschaft des Bartes noch ausdrucken und dann verteilen!“
Und mit gerecktem Kinn verschwand er aus der Küche. Georg und Bill, die immer noch am Boden lagen und sich die Lachtränen aus den Augen wischten, sahen sich verdutzt an.
Anscheinend war es Tom, Bartman, sehr ernst mit seinem Job.
Gustav jedenfalls ließ sich nun am Tisch wieder nieder und nahm einen großen Schluck Kaffee zur Beruhigung. „Wer auch immer angerufen hat wird sich wieder melden wenn es wichtig war!“
Auch Georg und Bill rappelten sich wieder mühsam hoch und schütteten sich Kaffee in den Rachen.
Es vergingen Minuten des Schweigens bis plötzlich das Telefon tatsächlich begann erneut zu klingeln. „Ich geh ran!“ Synchron sprangen Bill, Gustav und Georg auf, stürzten hinaus in den Flur und hin zum Telefon welches neben der Eingangstür hang.
Es war ein Wettlauf gegen die Zeit und wer zuerst den Hörer abnehmen würde hatte gewonnen.
„Sieger!“, schrie Georg und nahm mit einem „Hallo?“ ab. Bill und Gustav rempelten Georg in ihrer Vollbremsung erst einmal um und Schwupps landeten sie alle auf dem Boden.
„Aua Bill du liegst auf meinem Arm!“, schrie Gustav und von Bill kam nur ein klägliches, „Mein Bein, mein Bein…“
Georg schien dieses Körperknäuel nicht wirklich zu interessieren. Er presste sich den Hörer ans Ohr und sagte noch einmal „Hallo?“
David hatte angerufen. „Hallo Jungs! Wie geht’s euch so?“
„Och joa… ganz gut würde ich sagen.“, Georg versuchte sich aufzurappeln, stolperte aber über Gustav und Bill die schmerzvoll wieder aufschrieen.
„Was ist denn bei euch los?“ Interessiert wartete David auf Neuigkeiten.
„Ach nichts, ach nichts. Bill ist mal wieder in eins seiner depressiven Löcher gefallen und hat Gustav mit sich gezogen. Du kennst es ja nicht anders.“ Georg handelte sich dafür einen Schlag gegen den Hinterkopf von Bill ein, welcher zischte. „Ich zeig dir gleich mal wie depressiv ich werden kann!“
Der Braunhaarige streckte ihm die Zunge raus, befreite sich aus dem Körperknäuel und ging ins Wohnzimmer während er weiterhin mit David telefonierte.
„Apropos Bill! Ich habe nun mal beim Telefonmann angerufen und einen Termin für euch gemacht!“, sagte dieser da auch prompt.
Georg runzelte die Stirn. „Telefonmann?“
„Na bei der Nummer-gegen-Kummer. Kennst du doch sicherlich? Ich habe eine Sprechstunde mit dem vereinbart. Der wird so in einer Stunde bei euch auftauchen und du sorgst dafür dass Bill endlich mal wieder anfängt zu singen. Es kann ja nicht angehen das wir auf dem neuen Album nur Lieder haben werden wo der Name ‚Yves’ bei jedem zweiten Wort fällt.“
„Er denkt halt er hat Liebeskummer.“
„Und das ist nun einmal sein Problem!“, antwortete David energisch, „Also bitte sorg dafür das er endlich mal wieder besser drauf kommt.“
„Ob das nach der Lappalie von gestern überhaupt möglich ist?!“, dachte Georg laut nach.
David schien sofort interessiert. „Wieso? Was ist passiert?“
Georg berichtete ihm mit leiser Stimme, Bill war gerade ins Wohnzimmer geschlurft und hatte sich auf sein Sofa geschmissen mit lauter Bilder von der Rothaarigen, von Bill seinem Mantel.
Der Manager erklärte sich dazu bereit Bill einen neuen, besseren Mantel zu besorgen und verabschiedete sich dann um dem Telefonmann, der nun in etwa zwanzig Minuten ankommen sollte, freie Bahn zu lassen.
Und tatsächlich, pünktlich auf die Minute, läutete es zwanzig Minuten später an der Tür der Tokio-Villa.
Bill, Georg und Gustav öffneten die Tür, gefolgt von Tom der mit einem Stapel Flyer unter den Armen eigentlich gerade hinaus wollte um diese zu verteilen. Die Tür ging auf und herein trat ein großer, schlanker Typ mit blonden Haaren und blauen Augen.
In der einen Hand hielt er einen Aktenkoffer, in der anderen einen Kassettenrekorder. Bill und Tom warfen sich einen Blick zu. Dieser Typ war ganz klar ihr bester Freund: Andreas!
„Hi!“, sagte Gustav und hielt ihm die Hand hin. Andi aber schüttelte den Kopf, presste seinen Zeigefinger auf die Lippen, stellte den Kassettenrekorder auf den Boden und drückte auf Play.
Sofort begann eine Melodie zu spielen und während Andi nun seine Aktentasche auf den Boden warf, nahm er den Kassettenrekorder wieder in die Hand, platzierte ihn auf seiner Schulter direkt am Ohr und lief singend durch die Wohnung.

Hey... Hey... Telefonmann.
Das Telefon schellt, und ich bin im Keller,
vielleicht nur verwählt, doch ich bin schneller.
Ich bin der Telefonmann,
ich geh ans Telefon ran,
ich bin der Telefonmann,
ich geh ans Telefon ran.


Das Lied zog sich über ein paar Strophen hinweg, meist bestehend aus dem gleichen Satzbau und Andi versang sich ein paar Mal oder vergaß den Text. Diese Lücken schmückte er aber wunderbar aus mit sinnlosen Kommentaren.

La la la, der Text vergessen,scheissegal.
Dab dabadab-dideldudu, rock rock rock-e me Baby,
rock-e rock-e rock - rock rock rock-e Baby ...Telefonmann!


Letztendlich ließ er sich im Wohnzimmer auf dem Trauersofa nieder. Bill begann gleich hysterisch zu fauchen sodass Andi wieder aufsprang und sich zwischen Gustav und Georg fallen ließ die auf dem ganz normalen Sofa platz genommen hatten.
„Meins!“, sagte Bill, zeigte seine Krallen und rollte sich dann auf dem Sofa zusammen, mit einem Foto von seiner Yves im Arm.
Der einzigste der noch fehlte war Tom. Georg machte sich auf die Suche nach ihm und fand ihn draußen im Vorgarten wo er sich gerade versucht hatte raus zu schleichen um die Weltherrschaft des Bartes per Flyer zu verteilen.
Unter lautem Bellen seitens Tom wurde dieser schließlich von Georg wieder hinein ins Wohnzimmer geschleppt. Beim Anblick seines Bartes zuckte Andi zusammen. „Gott was ist denn mit dir passiert? Ist das die Krätze?“
„Nein, das ist mein Bart!“, Tom verschränkte die Arme vor der Brust, „Und ich bin Bartman! Klar soweit?“
„Öhm…ja…“, Andi schüttelte den Kopf und sah dann zu Bill hinüber der über Yves Bilder zärtlich streichelte, „David hat mich ja vorhin angerufen. Ich hab gar nicht gewusst das ihr die Gestörten seit.“, Sein Blick blieb an Bill hängen, „Erzählt mir doch mal von euren Sorgen. Bill, fang du doch mal an!“
„Womit?“
„Deiner Entführung!“, Andi ging kurz in den Flur und holte seinen Aktenkoffer, „Erzähl doch mal ein wenig davon.“
Bill richtete sich auf und sah Andi einige Sekunden lang an. Dann aber kam der totale Redefluss aus seinem Mund hervor. Er erzählte und erzählte. Von dem Killer der ihn von der Bühne geholt hatte, bis hin zu Yves die sich mit ihm eingeschlossen hatte.
Bei dieser Erinnerung stiegen ihm Tränen in die Augen die er schnell hinunterschluckte.
Ein Mann weint nicht!
Andi, der aufmerksam auf einem Klemmbrett alles notiert hatte was Bill sagte, sah auf. „Und wie seid ihr aus diesem Raum hinaus gekommen?“
„Also das war so.“, Bill kratzte sich am Kinn, „Wir haben da auf einmal Löffel auf den Boden gefunden und angefangen zu graben. Weißt du da war auch so ein alter Kamin und als wir darum herum anfingen zu graben gab es plötzlich einen Erdrutsch und eine goldene Rutsche kam zum Vorschein.“, Bill strahlte, „Und die Rutsche hat direkt nach draußen geführt. Wir haben uns da also draufgesetzt und sind so ins Paradies gerutscht“, Während die anderen Jungs bereits fraglich die Stirn runzelten, abgesehen von Andi der alles notierte was Bill sagte um diesen dann zu analysieren, berichtete Bill weiter, „Und weißt du in dem Paradies leben wir für immer und ewig. So wie bei Adam und Eva! Nur das es bei uns keine Schlangen gibt. Die mag ich nämlich nicht.“ Bill schauderte bei den Gedanken an einer großen Giftschlange.
Tom, der seine Flyer immer noch umklammert hielt, schüttelte den Kopf. „Bill, du laberst! Da gab es gar keine Rutsche!“
„Man ich wollte es doch nur ein bisschen dramatischer machen.“ Der Schwarzhaarige verschränkte die Arme vor der Brust.

5. Kapitel

Tom bedachte seinen Bruder mit einem zynischen Blick.
„Du musst alles immer ausschmücken!“ – „Ja, soll ich sagen: ‚Yves hat die Tür aufgeschlossen’?“, maulte Bill.
„JA?!“, kam es dreistimmig von den restlichen Bandmitgliedern.
„Ach, ihr seid doch scheiße.“, murmelte der Schwarzhaarige und schmiss ein Kissen nach den Dreien was Tom prompt ins Auge traf.
Mit einem Aufschrei der ziemlich stark nach „Weichei“ klang, sprang der auf und ging schell ins Badezimmer.
„Bill das war jetzt echt nicht nötig“, sagte Gustav und schüttelte den Kopf um seine Aussage noch zu unterstreichen.
„Tzz… I-Ihr seid doch nur neidisch. Ja! Genau. Weil ihr nicht mit Yves eingeschlossen wart, sondern ich! Hah“
Er verschränkte siegessicher die Arme vor der Brust und reckte die Nase in die Luft. „Du hast doch zuviel geraucht, Bill Kaulitz!“
„Genau. So toll ist Yves auch nicht.“, sagte Georg und Gustav nickte beipflichtend.
„WAS?“, kreischte Bill daraufhin los und sprang auf seinem Yves-Sofa auf und ab, betrachtete die Bilder und streichelte sanft über die Gläser.
„Er meint es nicht so“, flüsterte er ihnen zu.
„Redet der gerade wirklich mit Fotos?“, wandte sich Gustav an Georg und beide sahen mit wachsender Sorge zu Bill.
Das war nun aber wirklich nicht mehr normal. Obwohl, war überhaupt irgendwas an ihm normal?
Die Frage würde wohl ewig unbeantwortet bleiben, denn kurz darauf kam Tom wieder ins Wohnzimmer.
„Beim heiligen… TOM! Wo ist dein Bart?“
Jauchzend sprangen die Drei einträchtig auf, aller Streit schien merkwürdigerweise vergessen, und sprangen wie junge Lämmchen aufgeregt um Tom rum, der sich wohltuend über seine Oberlippe strich.
„Es war mal Zeit das sich was ändert.“
„Du hast doch erst seit gestern…“, wollte Bill sagen wurde aber mit einem Seitenhieb von Georg zum Schweigen gebracht. „Sei still“, zischte er, „nachher lässt der sich noch nen Vollbart wachsen!“
Bill verstummte augenblicklich. Na, das wollte er wirklich nicht.
„Ich finde das sollten wir feiern“, warf Gustav ein und die drei anderen stimmten erfreut zu. Eine Party.
„Heute brennt hier der Flokati denn wir feiern eine Party… Lalalalala…“, begann Bill auch gleich zu singen und die anderen Drei stimmten ein.
Wenn eine Party anstand waren sie nicht mehr zu halten.

„Tom kannst du mir mal den Apfelsaft geben?“, fragte Gustav, schon leicht angeheitert, und nahm kurz darauf dankend den Saft entgegen.
„Wir sollten den öfters gären lassen das schmeckt voll geil“, plauderte Bill drauflos und nahm noch einen Schluck von seinem Kirschsaft.
„Ich muss mal grad auf Klo“, meldete sich Georg zu Wort, stand auf und verschwand im Badezimmer.
„Wie viel Uhr ist es eigentlich?“ – „Öhm… ich glaub so Achte rum…“ Bill quiekte. „So spät schon?“
Auf einmal drang eine Stimme durch den Raum:
„Bill…gehe in Georgs Zimmer und räume es auf!“
Verängstigt sahen die Drei sich an. „Was war das?“, flüsterte Bill erschrocken und sah sich um, als würden irgendwo auf einmal böse Menschen hinter einer Ecke hervorspringen.
„Tom… wasche Georgs Wäsche!“
Tom hob eine Augenbraue. „Ich bin keine Putze“, meckerte er rum. „Was ist das eigentlich für eine Stimme?
„Big Brother is watching you!“
Nun bekamen sie es doch ein wenig mit der Angst zu tun.
„Das ist doch Käse“, meinte Gustav.
„Du hast leicht reden! Du musst ja nichts machen.“ – „Genau, du kannst dich auf deinen Lorbeeren ausruhen“, pflichtete Tom seinem Bruder bei.
„Tzz!“
„Wahrscheinlich versucht Gustav wieder wen in die Band einzuschleusen. Ich hab dir schon tausendmal gesagt, dass in unsere Band kein Keyboarder passt! Also lass es doch einfach mal!“
Entrüstet sprang Gustav auf.
„Ich will gar keinen Keyboarder in die Band…“ – „Ja ist okay.“
Big Brother begann daraufhin zu lachen und die drei Jungs bekamen es nun wirklich mit der Angst zu tun.
„Am besten suchen wir das Haus ab“, meinte Tom und die beiden anderen folgten ihm über den Boden kriechend.
„Ich fühl mich wie in so nem James Bond Film“, flüsterte Bill aufgeregt und sah sich um. „Der hat immer so heiße Bond Girls“, sagte Tom grinsend und Gustav lachte leise auf. „Ich glaub kaum, dass hier eins rum läuft.“ – „Schade aber auch.“
Die drei Jungs krochen am Badezimmer vorbei in dem Georg immer noch war.
„Ob ihm was passiert ist?“
„Wir sollten nachgucken!“
Gesagt, getan. Die Drei stießen die Tür auf und ihnen fielen fast die Augen aus dem Kopf.
„Sorry Jungs“, sagte er immer noch lachend mit dem Mikrofon, was Bill zum Üben unter der Dusche im Bad hatte, in der Hand. „Ich konnte einfach nicht widerstehen!“
Er hob das Mikrofon an den Mund:
„Big Brother was watching you.“
Gratis bloggen bei
myblog.de